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Gemeinsam fast 100 Jahre auf dem Birkhof

Top ausgebildet mit Beständigkeit und Ausdauer, ohne Zögern anpackend wenn es brennt und gemeinsam über Erlebtes lachend – so kann man unsere Mannschaft auf dem Gestüt Birkhof beschreiben.
Gemeinsam sind wir für den Erfolg des Gestüts verantwortlich. So gehören einige Teammitglieder vom Birkhof beinahe schon mit zum Inventar. Seit vielen, vielen Jahren formen sie maßgeblich das Geschehen auf dem Hof mit und ohne sie wären wir nicht dort, wo wir heute sind.

Sabine Gruber
Sabine Gruber kam 1999 auf den Birkhof, nachdem sie bereits zwei Ausbildungen erfolgreich absolviert hatte: Zuerst als Tierarzthelferin, auf dem zweiten Bildungsweg dann zur Bereiterin. Wie sie danach auf den Birkhof kam? „Ich habe ein Pferd bei Jürgen gekauft. Einen Mitch-Nachkommen als Dressurpferd. Thomas fragte mich, ob ich ihn bei der Hengstvorstellung vorreiten möchte. Dann bin ich einfach hängen geblieben“. Naja, unter „hängen geblieben“ versteht man etwas anderes, aber nicht das Tempo, das Sabine seit je her an den Tag legt.
Ursprünglich war sie als Bereiterin halbtags angestellt. Mittlerweile sieht man sie selten im Sattel. Meist ist sie forschen Schrittes über den Hof zielstrebig unterwegs: Junghengste longieren, Blessuren versorgen, ganze Horden von Jungpferden entwurmen… Was ist nun ihre Berufsbezeichnung? Sabine grinst: „Hmm, schwer zu sagen. Ich mache irgendwie von allem etwas.“ Besonders am Herz liegen ihr die Jungpferde. Unter ihrer Regie werden die Junghengste auf dem Birkhof für die Körungen vorbereitet. Viele ihrer Schützlinge kennt sie schon seit dem Fohlenalter, denn auch da ist Sabine stark involviert und sucht auch schon das ein oder andere Fohlen auf den Auktionsplätzen aus. So kommt es, dass Sabine auch mal per Telefon mitsteigert, besonders wenn der Chef „gerade keinen Kopf dafür hat“.
„Man bekommt etwas aus allen Bereichen mit. Auf dem Birkhof ist es so vielseitig, wie auf keinem anderen Betrieb. Es gibt Raum für Spontanität und jeder Tag bringt Überraschungen. Es ist ein Geben und Nehmen. Ich habe viele Freiheiten und kann mir viele Aufgaben selber einteilen.“ Am Wochenende sieht man Sabine häufig mit ihrer Tochter Lena auf dem Hof. Auch beim Jungendfestival steht sie als Mutter stolz am Rand und fiebert mit, wie Lena im Parcours über die Sprünge saust – auf einem Pony der Familie Casper.

Antje Grund
Was vor 28 Jahren als eigentlich vierwöchiges Praktikum begann, ist mittlerweile eine echte Seltenheit geworden: eine beständige und enorm lange Betriebszugehörigkeit. „Eigentlich wollte ich studieren und Grundschullehrerin werden. Ich bin in Marbach bei der Auktion mitgeritten und wurde dann von Jürgen gefragt, ob ich nicht helfen wolle, die Stuten während der Stationsprüfung zu reiten.
Ich kannte den Birkhof schon, weil meine Schwester zwei Fohlen von Birkhof-Hengsten gezogen hat. Nach dem Praktikum bin ich geblieben und habe nebenbei studiert.“ Nach vier Semestern stand aber dann doch fest: Antje möchte sich den Pferden widmen und absolvierte die Ausbildung mit dem Schwerpunkt Zucht und Haltung auf dem Birkhof. Antje avancierte zur zweitbesten Auszubildenden im bundesweiten Vergleich und konnte auch im Sattel viele Finalauftritte und auch den Titel als Vize-Landeschampion in Baden-Württemberg erringen. Später kam noch die Meisterprüfung „Zucht und Haltung“ dazu.
Wie soll es auch anders sein, Antje trifft ihren Mann auf dem Birkhof und ist mittlerweile zweifache Mutter.
„Ich kümmere mich um alles, was anfällt. Während der Decksaison helfe ich mit den Hengsten, die andere Hälfte des Jahres bereite ich zusammen mit Sabine die Junghengste für die Körung vor. Man bekommt auf dem Birkhof von allem was mit und fühlt sich als Teil der Familie.“ Mit einem Lachen fügt Antje hinzu „Thomas war sogar mein Trauzeuge!“

Elke Wachter
„Also ich habe den Birkhof nicht gekannt“, antwortet Elke in der für sie typischen ehrlichen Art auf die Frage, wie sie denn vor 27 Jahren zum Birkhof gekommen sei? „Ich habe ganz klar gesagt: nach zwei Jahren bin ich wieder weg, rechnet nicht länger mit mir. Ich möchte hier nur meine Meisterprüfung machen.“ Klare Ansage. Aber warum ist Elke dann doch geblieben und ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken? Ihre Antwort ähnelt den Worten der anderen: es hat sich einfach so ergeben. Ruck-zuck kam eines zum anderen und weil es auf dem Birkhof vielfältig ist und man viel mitbekommen kann, wollte sie nicht mehr fort. Ursprünglich war Elke für das Anreiten der Jungpferde zuständig und hatte mit der Zucht wenig zu tun. Dann war da doch der Gedanken zu züchten. Ihre erste eigene Stute von Pageno xx paarte sie mit Rubicell an und landete gleich einen Erfolg, von dem viele Züchter nur träumen können: ein international siegreiches Vielseitigkeitspferd mit Michael Jung im Sattel – Weidezauns River of Joy! Elke bildete sich 1997 fort zur Besamungstechnikerin und hatte immer mehr im Stutenstall und später im Büro zu tun. Das Büro ist heute Elkes Bereich. In diesem Jahr hatte Elke alle Hände voll damit zu tun, die vielen Anfragen und Bestellungen für Samen von Bohemian zu koordinieren, ohne dabei das normale Tagesgeschäft aus den Augen zu lassen. Auch sie schätzt, dass sie ihre Arbeit selbstständig organisieren und durchführen kann, auch wenn sie zugegebenermaßen die Pferde „schon ein bisschen vermisst“ wenn sie vom Büro aus die ankommenden und wieder gehenden Gaststuten koordiniert.

Nicola Haug
Nicola war mit einer Stute zum Besamen auf dem Birkhof. Eigentlich sollte es für sie nach der Ausbildung zur Erziehrein in den Kindergarten gehen, aber sie hat mit Thomas „geschwätzt“ und beide beschlossen, dass sie ein Praktikum auf dem Birkhof machen sollte. Im Anschluss folgte für die damals 20-Jährige auf dem Birkhof die zweite Ausbildung mit dem Schwerpunkt Zucht & Haltung. Das war vor nunmehr 17 Jahren. „Was heute die Jungs machen, mussten wir früher auch machen“, erinnert sich Nicola und meint damit die Aufgaben, bei denen doch etwas mehr Muskelkraft erforderlich ist. Das Anreiten der Jungpferde gehörte mit zu ihren Aufgaben und sie bewies ein besonderes Händchen für die Jungspunde.
Einmal pro Woche erhielt Nicola Unterricht von Nicole Casper – das hatte ihr Gestütsleiter Thomas versprochen. Sie schaffte es mit Release 2008 zum Süddeutschen Vize-Champion und zur Nominierung für das Bundeschampionat. Fortan durfte sie die Pferde mach dem Anreiten behalten und weiter ausbilden, bis Ende vierjährig meist die Übergabe stattfindet. Das ist bis heute in etwa so geblieben. Pro Tag reitet sie etwa zehn Pferde und ein Auszubildender ist ihr zur Seite gestellt. Seit Jahren ist Nicola für die Grundausbildung der Deckhengste zuständig und stellt auch besonders vielversprechende Stuten und Wallache auf Championaten vor. Die Liste ihrer Titel ist lang und trotzdem ist es für Nicola keine Selbstverständlichkeit. Mit jedem Pferd geht sie einen individuellen Weg und freut sich über große und kleine Erfolge. „Ich möchte den Lehrlingen mitgeben, wie man das Pferd motiviert und auf seine Seite bringt. Dazu gehört für mich auch das Drumherum, wie Weide, Paddock und ausreichende Bewegung. Die Pferde sind so, wie sie sind – innerhalb ihrer jeweiligen Möglichkeiten kann ich sie fördern.“ Etwas schade findet sie natürlich, dass ihre Pferde immer dann gehen, wenn sie besonders gut funktionieren. Aber es kommen immer wieder neue tolle Pferde, für die sich Nicola begeistern kann. „Nur einen hätte ich gerne behalten: Feriado. Das war mein Freund.“
Auch Nicola ist zweifache Mutter. An schulfreien Tagen sieht man Nicolas Helfer oft mit einem kleinen, engagierten Schatten über den Hof laufen: Tochter Chiara hilft mit dabei, die Pferde für ihre Mutter vorzubereiten.

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